Die wichtigsten ätherischen Öle

Bedeutende Öle der Aromatherapie im Kurzportrait

Es gibt fast so viele ätherische Öle wie es duftende, aromatische Pflanzen gibt. Und jedes ätherische Öl hat eigene, spannende Eigenschaften, die es zu entdecken gibt. Um bei all der Auswahl den Überblick nicht zu verlieren, hilft es, sich zunächst auf die bekanntesten ätherischen Öle zu beschränken und sich mit diesen näher zu befassen. Deswegen stellen wir euch hier die wichtigsten Öle, quasi die Allrounder der Aromatherapie, in Kurzportraits vor und geben euch einen Einblick in Wirkung, Eigenschaften und Anwendung der Öle.

Anis

Illicum verum

Anis ist das entspannende, leicht süßliche Aroma von Pastis, Ouzo und anderen Getränken. Anis aus Illicum verum, das sogenannte Sternanisöl verleiht diesen verdauungsfördernden Getränken das typische, intensive Aroma, nicht zu verwechseln mit dem etwas dezenteren Anisöl aus Pimpinella anisum. Anis hat einen besonders positiven, regulierenden Einfluss auf Frauen. Wichtig ist die 100 %ige Natürlichkeit des Anisöl, da sich die Verträglichkeit bei Kopien aus dem Chemielabor deutlich verändert! Anis ist beliebt in der chinesischen Medizin zur Unterstützung in der Erkältungszeit und verbreitet eine wundervoll entspannende Atmosphäre.

Bergamotte

Citrus bergamia

Der erfrischende Duft des Bergamotte- Öls hat die Kraft, gereizten Situationen die Spannung zu nehmen und eine Schwingung zu erzeugen, in der es leicht fällt, sich zu entspannen und neue Energie zu sammeln. Es wirkt sowohl beruhigend und entspannend als auch belebend und erfrischend. Das fruchtig-herb duftende Bergamotte-Öl hat eine ausgesprochen positive Wirkung auf alle Menschen, die zu niedergedrückter Stimmung neigen und ängstlich sind. An grauen Herbst- und Wintertagen wirft der Duft „Licht“ in unsere Wohnräume und belebt die Stimmung. Er harmoniert sehr gut mit Lavendel und Blütendüften!

Citrone

Citrus limonum

Zitronen-Öl hat einen äußerst frischen Duft, der aufgrund seiner leichten Flüchtigkeit im Raum schnell eine belebende, aufbauende und aufmunternde Wirkung erzeugt, die besonders bei allgemeinen Schwächezuständen und Niedergeschlagenheit angezeigt ist. Zitrone bewegt sich sowohl vom Duft als auch von der Wirkung zwischen Limette und Lemongras und ist das ideale Mittel für konzentriertes Arbeiten am Schreibtisch. In der erkältungsgefährdeten Jahreszeit haben sich einige Tropfen Citronenöl in der Raumluft aufgrund der desinfizierenden Eigenschaft bewährt.

Eukalyptus

Eucalyptus globulus

Bei Trägheit und Lustlosigkeit wirkt Eukalyptus belebend und motivierend. Er steigert die Konzentrationsfähigkeit und eignet sich daher auch als unterstützender Duft während der geistigen Arbeit. Der etwas medizinische Duft ist uns bekannt aufgrund der traditionellen Verwendung in der Erkältungszeit und zum Einreiben für Muskeln und Gelenke. Als Standardarzneimittel wird Eukalyptus zum Inhalieren bei Husten und Erkältung verwendet, außerdem zum Einreiben bei rheumatischen Beschwerden. Im Winter wird Eukalyptus gerne als Saunaaufguss eingesetzt, wenige Tropfen im Aufgusswasser machen den Atem frei! Bitte beachten: Nicht für Kleinkinder verwenden!

Grapefruit

Citrus paradisi

Beim Riechen von Grapefruit ahnen wir sofort, warum die Pflanze den Namen Citrus paradisi trägt, der Duft ist einfach paradiesisch schön, belebt sofort und stimmt uns glücklich. Wenn die Duftmoleküle unsere Nase erreichen, wird in Sekundenbruchteilen die Ausschüttung von Botenstoffen angeregt, die unsere Gefühle beflügeln. Der Duft ist ideal für Morgenmuffel, um morgens in Gang zu kommen und gibt uns die Energie und Motivation, um Aufgaben konzentriert und mit Power zu erfüllen.

Lavendel

Lavandula angustifolia

Die Anwendungsweise von Lavendel ist äußerst vielfältig. Bei Herzklopfen, Nervosität, Aufregung und Schlaflosigkeit ist er beruhigend und wohltuend. Wenige Tropfen auf die Schläfen oder auf das Kopfkissen getupft, helfen uns, leichter in den Schlaf zu finden. Seine Haupteigenschaft ist ausgleichend, das heißt, er bewirkt jeweils das, was uns fehlt. Wenn wir gestresst sind, wird er uns beruhigen, sind wir dagegen melancholisch und mit Sorgen beladen, wird er uns beleben, erfrischen und aufbauen. Aufgrund der ausgesprochen hautpflegenden Eigenschaften wird Lavendel, verdünnt in Basisölen, auch gerne zur Pflege und Regeneration der Haut zum Beispiel nach dem Sonnenbad verwendet.

Litsea Cubeba

Litsea cubeba

Der Duft von Litsea cubeba erinnert mit seiner sehr frischen Note an Lemongras, ist jedoch feiner und deshalb noch beliebter. In seiner Heimat China wird das Öl „Mai Chang“ genannt und zum Ausgleich für gestresste Menschen eingesetzt. Wer das Öl kennt, weiß, dass es uns in kurzer Zeit Entspannung und Ausgeglichenheit schenken kann. Es ist ideal für Menschen, die gestresst und überarbeitet sind und eine kurze Pause in der Hektik brauchen. Dabei ist es wichtig, dass das Öl nicht müde macht, sondern uns neue Kraft und Energie schenkt, um unsere Aufgaben zu meistern. Je höher Litsea Cubeba-Öl dosiert wird, desto mehr kommen die erfrischenden Eigenschaften zum Tragen.

Mandarine

Citrus reticulata

Die Mandarinen-Essenz hat einen frischen fruchtig-spritzigen Duft, der sehr aufheiternd wirkt und unternehmungslustig macht. Mandarine bietet sich daher immer dort an, wo Trübsal geblasen wird, Lustlosigkeit herrscht und sich Langeweile ausbreitet. Sie wirkt inspirierend beim kreativen Schaffen und aufbauend nach schweren erschöpfenden Krankheiten. Aufgrund der Inhaltsstoffe wird Mandarine auch benutzt, um depressiv gestimmte, ängstliche Menschen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Auch zur entspannenden Raumbeduftung für den Abend wird es gerne verwendet. Es mischt sich hierfür gut mit Lavendel und bringt in dieser Kombination auch Kinder, die nicht schlafen wollen, zur Ruhe.

Muskatellersalbei

Salvia sclarea

Muskatellersalbei war schon im Mittelalter bekannt und wurde nicht nur für medizinische Zwecke verwendet, sondern auch als berauschendes Mittel geschätzt. Der Duft des Muskatellersalbeis lässt sich nur schwer beschreiben – er wirkt zunächst frisch, leicht süß, fast etwas nussartig und hat eine zart-blumige Komponente. Er wirkt belebend, sinnlich-anregend und berauschend. Die Essenz hat die Eigenschaft, depressive Verspannungen, nervliche Überreiztheit und Angstzustände aufzulösen und die dadurch frei werdende Energie in Kreativität zu transformieren. In Zeiten von Anspannung und Stress ist Muskatellersalbei so gerade für Frauen im wechselnden Zyklus ein wertvoller Begleiter.

Neroli 2%

Citrus aurantium var. aromata

Neroli hat einen starken Einfluss auf Geist und Seele und gilt in der Aromatherapie als „Rescue“. Es ist gut geeignet für ängstliche Menschen und Situationen, in denen sich Angst breit macht, beispielsweise Prüfungen oder Referate. Der sanft süße, blumige Duft der Neroli-Essenz verströmt in der Duftlampe eine beruhigende, entspannte Atmosphäre, in der es leicht fällt, sich anzulehnen, alle Sorgen zu vergessen, Angstgefühle fallen zu lassen und zur Ruhe zu kommen. Neroli wird deshalb gerne bei Nervosität und Unruhe verwendet, aber auch als Hautpflege gegen Faltenbildung.

Orange

Citrus sinensis

Der süße fruchtige Duft des Orangen-Öls wirkt beruhigend und zugleich aufbauend und belebend. Er hat die Kraft, Nervosität und Stress die Spannung zu nehmen. Orangen-Öl verbreitet eine erwärmende Atmosphäre, die auch bei Angstgefühlen, Kummer und bedrückender Kopflastigkeit befreiend und erheiternd wirkt. Es wirkt in jeder Lebenssituation ausgleichend und macht mit seinen leicht appetitanregenden Eigenschaften wieder Lust auf’s Leben. Orange harmoniert sehr gut mit allen anderen Düften und verbreitet eine Atmosphäre von Freude und guter Laune.

Oregano

Origanum vulgare

Oregano ist ein Heilkraut mit langer Tradition zum Reinigen und Desinfizieren. Oregano wird traditionell verwendet in Eintöpfen und reichhaltigen Speisen, da er magenanregend und verdauungsfördernd wirkt. Bereits sein Duft ist appetitanregend. Vor allem in der italienischen Küche findet sich Oregano, in Bruschetta, Pizza und Pasta ist Oregano unverzichtbar. Das stark aromatische Öl mit seiner leichten Schärfe reinigt auch hervorragend die Raumluft. Das kräftige Öl immer sehr sparsam dosieren! Auch in der medizinischen Hautpflege findet Oregano Einsatz, allerdings in maximalen Konzentrationen von 1% gut verdünnt in pflegendem Basisöl.

Pfefferminze

Mentha piperita

Das Pfefferminz-Öl hat einen frischen, reinen Duft, der bei geistiger Erschöpfung und Überarbeitung wieder einen klaren Kopf macht und die Konzentrationsfähigkeit erhöht. Pfefferminze wirkt stark kühlend und wirkt deshalb erfrischend und belebend. Als Arzneimittel wird es deshalb unter anderem zum Einreiben bei Muskel- und Nervenschmerzen und Kopfschmerzen eingesetzt. Auch zum Inhalieren und Gurgeln im Mundbereich hat das Arzneimittel sich bewährt. Bei Schmerzen im Kopfbereich ist eine kalte Nackenkompresse eine bewährte Wohltat. Bitte beachten: Nicht für Kleinkinder verwenden!

Rose

Rosa damascena

Das Anwendungsspektrum der Rose ist sehr breit gefächert, vor allem wegen der harmonisierenden Wirkung auf die Seele. Bei tiefer Trauer, Kummer und Leid, die über Jahre das Herz verhärten und die Gefühle abgestumpft haben, ist Rose das ideale ätherische Öl. Es hilft uns, unser Herz zu öffnen und wieder Emotionen zuzulassen. Rose duftet aber nicht nur wohltuend, sondern ist auch eine wunderbare Essenz zur Pflege der Haut. Empfindliche Haut und vor allem auch gereizte Hautbereiche regenerieren sich mit Rosen-Öl verdünnt in fettem Basisöl oft unglaublich schnell. Aufgrund seiner stark entspannenden Eigenschaft hat sich die Essenz sowohl in der Geburtshilfe als auch in der Sterbebegleitung sehr bewährt und ist auch für alle Situationen des Umbruchs geeignet.

Rosmarin

Rosmarinus officinalis

Die Rosmarin-Essenz hat einen würzig- frischen, kampferartigen Duft, der eine stimulierende Wirkung ausübt. Rosmarin-Öl bietet sich daher in der Raumbeduftung immer dann an, wenn durch geistige Arbeit bedingte Erschöpfungszustände eintreten und die Konzentrationsfähigkeit nachlässt. Es stärkt die Willenskraft und eignet sich als Raumduft sowohl für Bewusstseinsübungen als auch zum kreativen Schaffen. Rosmarin wird außerdem traditionell in Präparaten für Muskeln und Gelenke verwendet, um die Durchblutung zu fördern. Diese Eigenschaft nutzen Sportler bei Einreibungen vor dem Sport zum Aufwärmen und nach dem Sport zum Vorbeugen gegen Muskelkater.

Sandelholz

Santalum spicatum

Sandelholz wird traditionell für Parfums, Räucherwerk und Schmuck verwendet, dient in Indien außerdem aufgrund seiner außergewöhnlichen Wirkungen schon seit Jahrhunderten als traditionelles, ayurvedisches Heilmittel. Sein Hauptcharakteristikum ist seine harmonisierende und beruhigende Wirkung auf den psychisch-emotionalen Bereich. Sandelholz-Öl hat einen süßlichen, archetypischen Duft, der an märchenhafte Tropenwälder erinnert. Der Duft wird jedoch nicht sofort spürbar, sondern entfaltet seine ganze Schönheit so langsam wie eine sich öffnende Lotusblüte. Wenn wir den Duft wahrnehmen, hat er uns schon verwandelt und in seinen unwiderstehlichen Bann gezogen. Sandelholz nimmt die Spannung aus dem Leben und schafft eine meditative Schwingung, in der wir neue Energien sammeln können.

Teebaum

Melaleuca alternifolia

In Australien gilt Teebaum-Öl als Mittel für „jede Gelegenheit“, welches von den Aborigines traditionell schon seit Jahrtausenden eingesetzt wird. Es eignet sich für die erkältungsgefährdete Jahreszeit zum Reinigen der Raumluft. Außerdem zur unterstützenden Pflege bei Hautproblemen wie Hautunreinheiten und leichten Entzündungen und zur Erfrischung und Desinfektion der Füsse. Tipp: Für kleine Stellen kann das Öl ausnahmsweise auch pur auf der Haut angewendet werden, z.B. nach einem Insektenstich. Für größere Bereiche am Besten einen Wattebausch mit etwas Wasser oder Mandelöl anfeuchten und wenige Tropfen Teebaum-Öl darauf träufeln und sofort verwenden. Für die Anw. auf der Haut in Massageöl verdünnen(auf 50 ml Mandel-Öl 1,5 ml Teebaum-Öl). Für die Anwendung in der Raumluft lässt sich der krautige Duft gut mit anderen Ölen mischen, z.B mit Citrone, Orange oder Lemongras.

Thymian rot

Thymus vulgaris ct. thymol

Traditionell kennt die Naturheilkunde den Thymian durch den Einsatz in der Husten- und Erkältungszeit. Er reinigt die Raumluft und kräftigt uns. Der Thymian unterscheidet sich in den Inhaltsstoffen, je nachdem in welcher Region er wächst. Bei normaler Kultivierung von Thymian in mediterranen Regionen entsteht der kräftige „Thymian rot“ (ct. Thymol). Interessant ist darüber hinaus der Chemotyp Linalool, auch als „Thymian weiß“ (ct. Linalool) bezeichnet. Er ist viel milder und deshalb auch für Kinder und sensible Menschen geeignet.

Vanille

Vanilla planifolia

Vanille dient in erster Linie zum Aromatisieren von Süßigkeiten wie Schokolade, Bonbons, Pudding und Eiscremes. Die große Beliebtheit dieser Süßigkeiten ist nicht nur auf den großen Anteil Zucker zurückzuführen, sondern auch auf das charakteristische Vanillearoma. Das allgemein bekannte, süße und warme Aroma der Vanille scheint eine beruhigende und besänftigende Wirkung auf den Organismus zu haben. Nicht umsonst dienen Süßigkeiten häufig als kleines Trostpflaster gegen den alltäglichen Frust. Vanilleduft schenkt uns eine Atmosphäre von Geborgenheit und Glück und duftet wunderbar zusammen mit Kakao, Tonka, Orange, Sandelholz und Zimt. Mit Vanille fällt es leichter zu entspannen und in den Schlaf zu finden.

Zimt

Cinnamonum zeylanicum

Zimt wird in der indischen und arabischen Küche sehr häufig verwendet, da es den Magen bei seiner Arbeit unterstützt. In Gewürztees ist er eine Hauptzutat, die aktiviert und durchwärmt. Zimtrinden-Öl hat einen angenehm warmen, süßen Duft, der im Raum eine wohlige Atmosphäre schafft und sowohl bei innerer als auch bei äußerer Kälte durchwärmend wirkt. Aus diesem Grund wird es so gerne in der kalten Jahreszeit zur wärmenden Raumbeduftung verwendet, kombiniert mit Mandarine, Orange, Nelke… Wenn es draußen ungemütlich ist, freuen wir uns auf ein behaglich duftendes Zuhause. Am Besten mischt man Zimt, welches ein sehr starkes Öl ist, mit aufbauend, motivierenden Zitrusdüften für einen angenehmen Raumduft.

Zirbelkiefer

Pinus cembra

Das Zirbelkiefer-Öl mit seinen reinigenden Eigenschaften nimmt sowohl unangenehme Gerüche als auch negative Energien im Raum auf und verwandelt sie in eine angenehm frische Atmosphäre. Zirbelkiefer-Öl trägt die Kraft und Stabilität der Gebirgsbäume in sich und hilft deshalb Menschen mit schwachem Selbstbewusstsein, neue Orientierung zu finden und behandelnden Personen, besser bei sich bleiben zu können. Es hilft uns auch, nach langer Krankheit neue Energien zu schöpfen. Österreichische Wissenschaftler haben heraus gefunden, dass Zirbelkiefer im Schlafzimmer sehr wohltuend wirkt, um am nächsten Tag ausgeruhter und entspannter in den Tag zu gehen. Es lässt sich sehr gut zu frischen Zitrusdüften kombinieren.

Weitere Informationen

im „Lexikon der Düfte“

In diesem Standardwerk der Aromatherapie, verfasst von unserem Firmengründer Axel Meyer, gibt es ausführliche Informationen zu allen ätherischen Ölen von A-Z.

Rezepte

mit ätherischen Ölen

Auf unseren Rezeptseiten findet ihr tolle kulinarische, kosmetische und raumbeduftende Do-it-yourself-Rezepte – ganz einfach zum selber machen zuhause.